Positivity wins

Erwachsene lachen 15 mal am Tag, Kinder sage und schreibe 30 mal häufiger – durchschnittlich 400 mal am Tag. Die Lachforschung zeigt also: Wir kommen nicht gerade als Pessimisten auf die Welt. Was ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden bloß mit uns passiert? Und wie können wir das grandios gut gelaunte Kind in uns wieder wecken?

Die drei Diebe der Kindheit

Was war in unserer Kindheit eigentlich anders? In erster Linie unsere Gedanken: Sie waren noch frei. Kein Erwartungsdruck, keine Verantwortung, keine Informationsflut. Höchstens spielerisch haben wir uns gefragt, was wir eigentlich mal werden wollen, wenn wir groß sind. Wichtigere Fragen waren, wo sich das verlorene Legostück versteckt hat oder wer den Fußball auf den Bolzplatz mitbringt. Mit der Zeit erst kommen die „Sorgen um Morgen“ und der Spaß bleibt auf der Strecke. Werfen wir mal einen Blick auf die Spaßbremsen, um das Problem an der Wurzel zu packen.

Geschafft von der Gesellschaft: Was passiert, sobald wir dem Kindesalter entwachsen sind? Plötzlich werden wir von allen Seiten bedrängt, uns Gedanken um die Zukunft zu machen: Die Lehrer erinnern gebetsmühlenartig an die Wichtigkeit des Abiturs, die Eltern fragen uns, was wir denn anschließend machen wollen und auch die Studienwahl lassen wir uns von den späteren Berufsaussichten diktieren. Mit wachsendem Alter wächst der gesellschaftliche Planungsdruck. Kein Wunder, dass man sich bei einem Blick in die gestressten Gesichter vorbeieilender Passanten vorkommt wie bei „The Walking Dead“.

Kein Schritt ohne Fortschritt: Du fragst dich, ob Bitcoin eine neue Biersorte ist? Warum auf einmal alle mit Alexa was am Laufen haben? Oder hast noch ein iPhone 6s? Vor 2,5 Jahren noch Apples „bestes iPhone ever“, fühlt es sich in deiner Hand nun prähistorisch an. Der technische Fortschritt wächst exponentiell – und uns mit steigendem Alter immer mehr über den Kopf. Hirnforscher liefern die Erklärung: Lineares Denken fällt uns Menschen einfach deutlich leichter. Kein Wunder, dass uns ein subtiles Gefühl beschleicht, von der rasanten Geschwindigkeit der Technik mit Lichtgeschwindigkeit abgehängt zu werden.

Vom Blues der News: Spätestens mit dem ersten Handy sind wir der Schwarzmalerei der Medien ausgeliefert. Aufmerksamkeit ist das Gold der Neuzeit, so predigt es Gary Vaynerchuk.1 Und von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der Goldschürfer: Tagesschau, Facebook und die Bild buhlen um unsere Blicke. Längst hat sich dabei die Erkenntnis durchgesetzt, dass wir uns evolutionär bedingt eher negativen Schlagzeilen widmen als positiven.2 Nachvollziehbar also, dass schlechte Nachrichten überrepräsentiert sind und Medien zu wahren Künstlern der dramatischen Inszenierung mutieren: Trennungen statt Trauungen, Konflikte statt Kompromisse, Wut statt Mut – „Sad Sells“ ist das neue „Sex Sells“. Kein Wunder, dass bei dieser 360°-Gehirnwäsche unsere gute Laune eingeht.

Positives Denken: Der neue Jungbrunnen?

Wer all das ignoriert und demonstrativ ein breites Grinsen aufsetzt, wird schnell als Traumtänzer und hoffnungsloser Optimist abgetan. „Das Leben ist schließlich kein Ponyhof“. Es stimmt wohl – die von außen auf uns einwirkenden Erwartungen und Einflüsse können wir nicht aus der Welt lächeln, aber sehr wohl aus unserem Kopf: Alles ist eine Frage der inneren Einstellung. Denn getreu dem „Gesetz der Anziehung“ wiederfährt dem Gutes, der auch Gutes denkt.3 Was sich zunächst esoterisch anhört, folgt bekannten psychologischen und biologischen Mechanismen. Eine optimistische Grundhaltung macht dich nachweislich erfolgreicher, gesünder und glücklicher.4

Erfolg: Wie im Artikel „Wake Your Mind“ detailliert beschrieben, umgibt dich eine Welt voller Chancen. Positives Denken hilft dir dabei, den Fokus von Risiken weg und hin zu diesen Chancen zu verlagern. Sorgst du dich hingegen zu sehr, blendet das Gehirn diese Gelegenheiten aus. Als Optimist setzt du dir zudem automatisch höhere Ziele und es fällt dir leichter, den positiven Zielzustand zu visualisieren – wie ein Motivationskompass, der deine Handlungen in die richtige Richtung lenkt.

Gesundheit: Mit positivem Denken beeinflusst du auch deinen Körper. Denn gute Laune und herzhaftes Lachen lassen deine Glückshormone explodieren.5 Diese wiederum stärken auf Dauer dein Immunsystem und verlängern dein Leben. Laut einer neuen Harvard Studie ist etwa das Risiko, an Krebs zu sterben, bei optimistischen Menschen um ein Viertel reduziert. Pessimisten schlagen sich hingegen häufiger mit höherem Blutdruck, Angst und Depression herum.4

Glück: Positives Denken hilft dir, auch bei Rückschlägen entspannt zu bleiben und dich über schöne Erfahrungen noch mehr zu freuen als ohnehin schon. Zudem wirkt eine positive Art ansteckend: Mit ihr ziehst du unweigerlich andere positive Menschen an, die dir wiederum ein Plus an Lebensfreude zurückgeben. So löst du eine soziale Kettenreaktion aus und drehst dich in der Glücksspirale immer weiter nach oben. Bist du bereit, die Welt ein bisschen glücklicher zu machen?

Der Action Plan

Wenn du nun denkst „Ich war noch nie der optimistische Typ“, dann gibt es eine gute Nachricht: Eine starre Fixierung auf negatives oder positives Denken ist uns nicht in die Wiege gelegt. Stattdessen kannst du dein Gehirn wie einen Muskel trainieren und positives Denken zur Gewohnheit machen. Um die Trainingsphase zu beschleunigen und dich zur absoluten Gute-Laune-Maschine zu transformieren, bediene dich dieser 10 praktischen Hacks:

Deepies – für Ausdauerläufer auf dem Weg zur guten Laune

1. Nutze deine Vorstellungskraft

Führe dir regelmäßig dein Ziel bildlich vor Augen. Reise gedanklich zu dem Moment, in dem du deinen Traum bereits verwirklicht hast: Auf der Bühne vor applaudierendem Publikum, bei der Entgegennahme des Siegerpokals oder in der Hängematte am Sandstrand in Thailand. Um es häufiger und stärker visualisieren zu können, drucke dir am besten noch ein passendes Motiv aus und hänge es dir an die Wand. Das fördert deine Motivation und stärkt deine Zuversicht und Vorfreude.

2. Suche das Gute

Verschwende keine Energie für Sorgen über Dinge, die du nicht ändern kannst. Versuche stattdessen, jeder Lage etwas Positives abzugewinnen – getreu John Ruskin:

„Sunshine is delicious, rain is refreshing, wind braces us up, snow is exhilarating; there is really no such thing as bad weather, only different kinds of good weather.“

Gleiches gilt für deine persönlichen Schwächen: Statt zu versuchen, diese auszugleichen, baue deine Stärken zu wahren Waffen aus – das ist der kürzere Weg zu Erfolgserlebnissen.

3. Interpretiere Versagen neu

Klar – Verlieren macht keinen Spaß. Aber sieh Niederlagen als wertvolle Lerneinheiten an, ohne die du keinen Fortschritt erzielen würdest. Erfolg schmeckt umso süßer, je schwieriger der Weg war. Um es mit den Worten von Basketball-Legende Michael Jordan zu sagen:

„I’ve missed more than 9000 shots in my career. I’ve lost almost 300 games. 26 times, I’ve been trusted to take the game winning shot and missed. I’ve failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed.“

4. Schätze den Moment

Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, dennoch ärgern wir uns über Fehler von früher. Auch die Zukunft kommt meist anders als man denkt, doch planen wir sie trotzdem akribisch voraus. Und beides geschieht pausenlos: Beim heiß ersehnten Date bist du nicht bei der Sache, weil dir kürzlich noch die Ex geschrieben hat? Und beim entspannten Bad schwirrt dir schon die nächste Klausur im Kopf herum? Dann solltest du versuchen, weniger im Gestern oder Morgen zu leben, sondern das Jetzt ganz bewusst zu genießen. Den richtigen Fokus erlangst du z.B. durch Meditation – mehr dazu in unserem kommenden Artikel „Energy is Key“.

5. Dankbarkeit

Im richtigen Moment ist Reflexion angebracht, etwa morgens oder abends in einer ruhigen Minute. Hierbei solltest du dich auf das Positive konzentrieren: Für welche kleinen Dinge des Tages warst du dankbar? Schreibe sie in ein Dankbarkeits-Journal. Dies kann bereits die warme Dusche am Morgen, das kleine Kompliment eines Freundes zwischen Tür und Angel oder das Sushi-Essen am Abend sein. Mache dir bewusst: So banal dir die Situation vorkommt, gibt es doch etliche Menschen auf der Welt, die genau in diesen Momenten liebend gerne mit dir tauschen würden.

Quickies – für Sprinter auf dem Weg zur guten Laune

6. Steuere deinen Kopf mit deinem Körper

Du kannst mit positiven Gedanken nicht nur deine körperliche Verfassung beeinflussen, sondern auch umgekehrt: Durch eine bloße Lachbewegung kurbelst du die Ausschüttung von Glückshormonen an. Also lauf am besten morgens schon mit einem breiten Grinsen aus der Haustür! Ein zweiter beliebter Trick: Die Siegerpose. Recke vor deinem nächsten Vortrag für mehrere Sekunden deine Arme kraftvoll nach oben und verleihe dir das Gefühl von Größe. Dieses wird dir auch im Vortrag ein selbstüberzeugtes Auftreten erleichtern.

7. Konsumiere positive Stimmung

Füttere deinen Kopf mit positiven Geschichten, Geräuschen & Bildern. Lies eine inspirierende Biografie, erstelle dir eine Playlist auf Spotify mit Guter-Laune-Musik oder schau dir notfalls Katzenvideos auf Facebook an: Alles, was deine Gedanken und Sinne in positiver Weise reizt, hilft dir, mentaler Glücksmüdigkeit zu entkommen.

8. Feiere kleine Erfolge

Große Träume werden meist nicht von heute auf morgen wahr. Um deine positive Grundeinstellung und Motivation aufrechtzuerhalten helfen „Quick Wins“: Setze dir immer wieder kleine Unterziele, die du schnell erreichen kannst. So gerätst du in eine Glücksspirale: Erfolg macht dich stolz, Stolz motiviert dich und beschert dir kontinuierlichen Fortschritt, der zu weiteren Erfolgen führt.

9. Umgib dich mit positiven Menschen

„Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.“ Diese Erkenntnis des Motivationstrainers Jim Rohn sollten wir bei der Wahl unseres Umfelds unbedingt einbeziehen. Denn wir passen unsere Laune diesen Menschen an: Ob den Nörglern und Pessimisten oder den Optimisten und Scherzkeksen.

10. Gönn’ dir was Gutes

Der Notfallplan für schlechte Tage: Ein Vergnügungsguthaben! Lege dir bewusst einen Teil deines Einkommens für Dinge zur Seite, die du gerne machst. Nach dem Finanzmanagement-Modell von Harv Eker empfiehlt sich als Idealgröße 10% deines Einkommens.6 Ausgeben kannst du dies etwa für ein gutes Restaurant, einen Besuch im Spa oder einen Online-Shopping-Feldzug. Plündere dein Konto, sobald dir die Sorgen des Lebens über den Kopf steigen und du wirst sehen – Aspirin ist nichts dagegen.

 

Dieser Post gehört einer 10-teiligen Reihe an, in der wir unsere Lebenseinstellung und Erfahrungen mit dir teilen möchten. „Positivity Wins“ ist das zweite von 10 Grundprinzipien, welche wir im HAPPINIST MANIFEST zusammengefasst haben. Wenn du hierüber mehr erfahren möchtest, folge uns gerne auf Facebook, InstagramYoutube und natürlich diesem Blog. Alle Inhalte stellen unsere eigene Meinung dar und wir freuen uns über jegliche Anregungen und den Austausch mit dir – let‘s get in touch!

 

ZUR WEITEREN INSPIRATION

Videos und Artikel

1 Gary Vaynerchuk: „The currency of business is attention“, Link: https://www.youtube.com/watch?v=6Tx9vPn9DC4

2 BBC: „Psychology: Why bad news dominates the headlines”, Link: http://www.bbc.com/future/story/20140728-why-is-all-the-news-bad

3 Leo Gura from Actualized.org: “The Law Of Attraction – How It Really Works & How To Use It”, Link: https://www.youtube.com/watch?v=b295OBuDmyM

4 The Huffington Post: „Gesundheit, Glück, Erfolg: Forscher zeigen, wie mächtig positive Gedanken sind“, Link: http://www.huffingtonpost.de/2017/04/16/positives-denken-optimismus-leben_n_15993220.html

5 Die Welt: „Wer lacht, lebt länger“, Link: https://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article13905479/Wer-lacht-lebt-laenger.html

6 Readingraphics: “The 6 Jar Wealth Management System by T. Harv Eker”, Link: https://readingraphics.com/the-6-jar-wealth-management-system-by-t-harv-eker/

 


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